Lucas:

Endlich fort von daheim. Weg vom elterlichen Betrieb. Weg von den beiden älteren Brüdern, die wie zwei zusätzliche Väter immer ein wachsames Auge auf den Kleinsten haben. Lucas will sein eigenes Ding machen. In einer Stadt am anderen Ende der Republik. Doch von der fest zugesagten Übernahme nach dem Praktikum bleibt nur ein dämliches Grinsen vom Chef übrig. Stattdessen muss für den zögerlichen Lucas wieder ein entwürdigender Studi-Job her. Sonst heißt es: ab nach Hause und im Familienbetrieb unterkommen. Aber so leicht gibt er dann doch nicht auf. Denn egal wo man in seinem Leben auch landet – überall finden sich Menschen, mit denen man gemeinsam gegen die Widrigkeiten des Lebens kämpfen kann. Und mal ein bisschen über die Stränge schlagen steht in der neuen Stadt auch noch aus.

 

Ben:

Ben arbeitet an der Bar des gleichen Pizza-Schnell-Restaurants, in dem Lucas die Pizzafladen durch die Luft wirbelt. Ein Anpacker und mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Geher. Schnell freunden die beiden sich an und Lucas ist von Bens Musikervergangenheit ebenso begeistert wie von dem Magirus, Baujahr 1972. Einem umgebauten Feuerwehrauto, das einst als legendäres Bandmobil fungierte.

 

Maria:

Maria ist eine der Pasta-Köchinnen. Eine aufgeweckte und manchmal etwas überdrehte Person. Aber in allen Belangen unwiderstehlich bezaubernd. Sie ist ungefähr im gleichen Alter wie Lucas und Ben. Und die meisten anderen, die als Hilfskräfte im Schnellrestaurant jobben. Kein Wunder, dass Lucas von der ersten Begegnung an ein Auge auf sie geworfen hat. Aber Maria hat ihren ganz eigenen Kopf und ihre Sicht der Dinge sieht da manchmal gänzlich konträr aus.

 

Die anderen:

Das mit Maria würde für Lucas sicherlich auch einfacher laufen, wenn da nicht Diego wäre. Der südamerikanische Kollege von der Pizzastation. Um keinen Spruch verlegen stichelt er nur all zu gerne gegen Lucas und seine etwas steife Art. Noch schlimmer ist aber, dass zwischen Diego und Maria allem Anschein nach irgendetwas läuft. Bleibt nur die Frage, wie ernst das ist.

 

Und selbst in den ersten eigenen vier Wänden läuft nichts so wie erhofft. Lucas’ Vermieter, der nur einen Stock tiefer wohnt, entpuppt sich als halbseidener Winnetou-Verschnitt mit Hang zum Schamanismus. Einer, der lieber mit seinen Steinen spricht, als endlich mal den Wasserboiler zu reparieren. Gletscherwasser aus der Duschbrause ist nicht nur im Januar eine miese Foltermethode, die der wahre Häuptling der Apachen rigoros ablehnen würde.

© Jonathan Pielmayer